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Eine Anlageklasse hat in letzter Zeit für Schlagzeilen gesorgt - Rohstoffe. „Rohstoffe – Eine neue Anlageklasse öffnet sich Investoren“, so lautete die Überschrift eines Artikels im Handelsblatt vom 03.12.2004. Trotz des ansteigenden Medienechos haben bisher die wenigsten Marktteilnehmer die Vorzüge dieser Assetklasse für sich entdeckt. Nach den sehr positiv verlaufenden 80er und 90er Jahren für Aktien und Renten ist die Anlageklasse Rohstoffe (Commodities) komplett vernachlässigt worden. Obwohl Rohstoffe eine traditionelle Assetklasse sind, werden sie heute - neben Hedge Funds und Private Equity - „nur“ als Alternativinvestment bezeichnet. In Rohstoffanlagen waren im Jahre 2005 global nur etwa 70 Milliarden US-Dollar investiert, was im Vergleich zum Aktien- und Rentenmarkt verschwindend gering ist. Der nachhaltige Rohstoffpreisanstieg seit 2001 hat dazu geführt, dass weltweit Investoren gerade beginnen, diese eigenständige Assetklasse wieder neu zu entdecken. Zwei von drei großen institutionellen Anlegern sind in dem Bereich noch gar nicht investiert. Laut einer Medienumfrage wollen jedoch zwei Drittel in den nächsten zwei Jahren Engagements von fünf Prozent oder mehr ihres Portfolios aufbauen. Weltweit sind aktuell nur knapp zwei Prozent des Vermögens in die Anlageklasse „Rohstoffe“ investiert. Viele Studien zeigen das enorme Nachfrage- und das daraus resultierende Kurssteigerungspotential in den Rohstoffinvestments auf. Im Jahr 1980, beim Top des letzten Rohstoff-Bullenmarktes, lag die Investitionsquote in Commodities bei über 30 Prozent. Es gibt jedoch zwei Gründe, die ein Investment in Rohstoffe besonders attraktiv machen. Erstens eignet sich die Assetklasse „Rohstoffe“ aufgrund ihrer negativen Korrelation zu Aktien und Anleihen hervorragend zur Erhöhung der Portfoliodiversifikation und somit zur Erhöhung der Portfolioeffizienz. Dies bedeutet im Ansatz der Modernen Portfolio-Theorie, dass die Integration von Rohstoffinvestments zu effizienteren Portfolios und besseren Performance-Kennzahlen führt. Bei gleichem Gesamtrisiko lässt sich die Rendite steigern beziehungsweise die gleiche Rendite lässt sich mit geringerem Risiko erzielen. Somit kann die Portfolio-Effizienzlinie durch die Einbeziehung von Rohstoffen in ein klassisches Aktien-Renten-Portfolio nachweislich nach oben verschoben werden. Zweitens korrelieren Commodities stark positiv zu Inflation. Hierdurch eignen sich Rohstoffe hervorragend zum Schutz gegen Kaufkraftverlust. Aufgrund des Gleichlaufs zum Konsumentenpreisindex können Rohstoff-Investments gewissermaßen als „Inflations-Hedge-Instrument“ betrachtet werden. Im historischen Kontext kam besonders Gold als Versicherung gegen Inflation immer wieder zum Einsatz. Die Anlageklasse Rohstoffe wird im Rahmen der strategischen Asset Allocation aufgrund der beiden zuvor beschriebenen Eigenschaften in den nächsten Jahren sowohl bei institutionellen als auch bei privaten Investoren immer mehr an Bedeutung gewinnen. |